Seit einigen Jahren verbreiten Trojaner Angst und Schrecken.

Die Schadsoftware versetzt mit klangvollen Namen wie WannaCry, Petya oder Emotet Unternehmen und Behörden in Aufruhr und richten Schäden in Millionenhöhe an. Aktuell macht wieder eine groß angelegte Trojanerwelle Ärger. Kürzlich fielen in einem Krankenhaus im Regierungsbezirk Oberbayern nach einer Trojanerattacke sämtliche Windows-Server und -Computer aus; ein bekannter Maschinenbauer aus München musste infolge mehrerer verschlüsselter Computer über Wochen die Produktion drosseln, … dies sind nur einige prominente Beispiele jüngster Zeit. Die Malware: Vermutlich ein alter Bekannter – Emotet. Dennoch trifft es viele Unternehmen unvorbereitet.

Seit Jahren sind Hacker mit ihren Trojanern immer wieder erfolgreich.

Cybercrime verursacht allein in Deutschland jährlich Schäden im zweitstelligen Milliardenbereich – Tendenz steigend. Aber die Cyberattacken könnten in Zukunft noch drastischere Folgen haben. Unternehmen müssen lediglich die einfachsten Grundlagen umsetzen und endlich dem Irrglauben abschwören, der Kauf von Sicherheitssoftware könne als Schutz ausreichen. Wer so denkt, den wird es früher oder später auch erwischen», sagt Schartner. Aus seiner täglichen Arbeit weiß er: Wirksamer Schutz ist nur möglich, wenn auf einen sinnvollen Mix aus Maßnahmen zur Prävention, Detektion und Reaktion gesetzt wird.

Trojaner breiten sich mit einfachsten Methoden aus

Die Methoden der Hacker sind keinesfalls neu. Umso erschreckender ist, dass es Unternehmen schon wieder unvorbereitet trifft. Unverständlich. Die Beispiele zeigen, dass Gefahren nicht ernst genommen oder unterschätzt wurden. Nur so ist zu erklären, dass sich Trojaner mit einfachsten Methoden und durch die Ausnutzung längst bekannter Sicherheitslücken und fehlerhafter Systemkonfigurationen ausbreiten und horrende Schäden verursachen konnten.

Tojaner mit Ausspäh-Modulen, Ransomware und Finanzmanipulationsmodulen:

Denkbar ist alles. «Mit dem richtigen Berechtigungs- und Konfigurationskonzept kombiniert mit einem professionellen Schwachstellenmanagement sind solche Angriffe zu vermeiden», sagt Schartner. Denn die Schwachstellen, die die Ausbreitung begünstigen, sind häufig längst bekannt. Das Problem: Oft bleiben schwerwiegende Sicherheitslücken monatelang oder für immer ungeschlossen. Offensichtlich glauben Vorstände und Administratoren noch immer, Firewalls, VPN-Server und Antivirensoftware seien vollkommen ausreichend. Ein Trugschluss. Denn beste technische Schutzmaßnahmen nützen wenig, wenn sie von Sicherheitslücken durchsetzt sind oder einfach umgangen werden können. Dabei kann schon ein einziger Fehler ausreichen, um der Ausbreitung von Schadsoftware Tür und Tor zu öffnen.

Aber aktuelle Trojaner können noch mehr.

Haben sie ein System infiziert, besitzen sie die Möglichkeit, Outlook-Kontakte und ganze Kommunikationsverläufe ihrer Opfer auszulesen. Das versetzt sie in die Lage, selbständig und automatisiert Phishing-Mails mit verseuchtem Anhang im Namen ihrer Opfer zu versenden.

Quelle: Neue Trojanerwelle – Nichts dazugelernt: Alte Fehler begünstigen Erfolg von Trojanern