LinkedIn hindert nun standardmäßig andere Benutzer am Export Ihrer E-Mail-Adresse wie TechCrunch berichtet. Der Zweck ist es, Spam zu reduzieren und die Privatsphäre der Benutzer zu schützen. Die unangekündigte Einführung dieser neuen Einstellung könnte Benutzer verärgern, die viel Zeit in LinkedIn investiert haben und die Kontaktdaten auch außerhalb der Plattform nutzen möchten.

Auf TechCrunch heißt es in einem kritischen Benutzerkommentar:

Der wahre Grund dafür hat nichts mit der Privatsphäre zu tun. Es geht darum, Premium-Abonnements zu verkaufen und alle dazu zu zwingen, standardmäßig im Netzwerk zu kommunizieren, um die Werbepräsenz zu maximieren. Sie tun dies auch, um Anwendungen von Drittanbietern zu blockieren, die E-Mails aus dem Netzwerk ziehen.

LinkedIn-Benutzer können ihre eigene Einstellung für den Export von E-Mail-Adressen steuern

LinkedIn bietet eine Option, mit der man den Export der eigenen E-Mail-Adresse selbst kontrollieren kann: unter Einstellungen > Datenschutz > Wer meine E-Mail-Adresse sehen kann.

Bisher war der Download Ihrer kompletten Netzwerk-Daten von LinkedIn per Klick über den folgenden Menüpfad möglich:

  1. Mein Netzwerk
  2. Verbindungen / Alle anzeigen
  3. Management synchronisierter und importierter Kontakte
  4. Erweitert
  5. Export

Nach Abschluss dieser Schritte dauert es einige Minuten und Sie erhalten eine E-Mail, wenn Ihre exportierten LinkedIn-Daten fertig sind.

Wir haben den Export testweise durchgeführt und können bestätigen: In der heruntergeladenen CSV-Datei sind keine E-Mail-Adressen enthalten.

Herunterladen können Sie mit dieser Funktion auch:

  • Artikel
  • individuelle Dateien wie Fotos
  • importierte Kontakte
  • Nachrichten
  • Einladungen
  • Profil
  • Empfehlungen
  • Registrierung

Ein Tipp: Wenn man sich schon mit den Daten bei LinkedIn beschäftigt, so möge man in dem Kontext auch prüfen, ob sich dort via Adressbuch synchronisierte Kontakte befinden. In der Vergangenheit neigte manche Nutzer dazu, derartige Adressbuch-Uploads durchzuführen und Unternehmen wie Facebook oder LinkedIn auf diesem Wege Hunderte oder gar Tausende Kontaktdatensätze anzuvertrauen – vor dem Hintergrund der DSGVO ein No-Go. Die hochgeladenen Kontakte lassen sich im Loginbereich prüfen und löschen.

LinkedIn testet Snapchat-ähnliche „Stories“

Eine weitere aktuelle LinkedIn-Entwicklung ist, dass das Business Network „Stories“ testet. Diese Diashows, die wir bereits von Snapchat, Instagram und Facebook kennen, könnten nun auch auf LinkedIn verbreitet werden. LinkedIn bestätigt, dass es plant, Stories für mehr Benutzer zu veröffentlichen, aber zuerst startet es „Student Voices“ nur für Studenten in den USA.

TechCrunch berichtet:

Die Funktion wird auf dem Startbildschirm von LinkedIn angezeigt und ermöglicht es den Schülern, kurze Videos in ihre Campus-Playlist zu posten. Die Videos (keine Fotos erlaubt) verschwinden nach einer Woche aus der Wiedergabeliste, während sie im Abschnitt Letzte Aktivität im eigenen Profil eines Benutzers dauerhaft sichtbar bleiben. Die Schüler können durch die schuleigene Slideshow blättern und sich die Campus-Playlists der nahegelegenen Universitäten ansehen.